High-Tech-Waage? Alles Banane.

Kürzlich bin ich über den Beitrag “Waage erkennt Obst und Gemüse” bei heise online gestolpert. Dort wird von einer Selbstbedienungswaage für Obst und Gemüse berichtet, die testweise seit einigen Monaten in etwa 300 Supermärkten Europas im Einsatz ist. Mithilfe einer Videokamera und einer automatischen Bilderkennung versucht das Gerät zu erkennen, welches Produkt gerade gewogen wird. Dieser Vorschlag wird über einen Touch-Screen anschließend bestätigt oder korrigiert, um das selbstklebende Etikett zu drucken.

Etwa vor einem halben Jahr wurde so ein System bei einem Real-Markt in meiner Nähe eingeführt. Leider funktionierte die Erkennung zu diesem Zeitpunkt mehr schlecht als Recht. In den ersten Tagen erklärte mir eine freundliche Dame des eigens abgestellten Schulungspersonals, dass die Technologie noch recht neu sei und sich das Gerät in Zukunft stetig verbessern würde.

Angespornt durch die Aussagen des Beitrags

Viele Fruchtsorten haben je nach Reifegrad unterschiedliche Farben, Bananen beispielsweise gibt es von homogen grün über gelb bis braun fleckig.

und

Von einem experimentierfreudigen c’t-Kollegen: “Das habe ich letzte Woche bei Real in Linden ausprobiert: Klappt auch mit zwei Tüten ums Obst rum und wenn ich die Banane senkrecht stelle – geil.”

habe ich gestern diesen Schnappschuss gemacht und musste schon ein wenig schmunzeln. In der Tat kann die Waage Bananen hervorragend erkennen. Leider patzte das Gerät beim Erkennen von anderen Früchten.

Dabei hat diese Art von Technologie ein großes Potenzial!

Während der Konsument bei einer klassischen Obst- und Gemüsewaage mit Zahlentasten neben seinem imaginären Einkaufszettel, Kochrezepten und geplanten Haushaltstätigkeiten außerdem noch Zahlen als abstrakte Produktidentifizierer behalten muss, kann er bei dem Ansatz dieser High-Tech-Waage einfach das Produkt selbst sprechen lassen. Die Wahl des Produkts hat er schließlich bereits beim Griff in die Auslage getroffen. Solange die Waage zuverlässig arbeitet, kann diese Technologie Eingabefehler minimieren oder den Käufer von lästigen Aufgaben entbinden.

Um dieses Ziel durch stetige Verbesserung ihrer Erkennungsleistung zu erreichen, kann die Waage mit ihrem besonderen Einsatzort abermals punkten. Die Gestaltung der Benutzerschnittstelle lässt Korrekturen direkt nach der Erkennung zu. Sollte die Waage einmal nicht ganz richtig schätzen, teilt der Konsument das korrekte Ergebnis mit. Wenn sich das Gerät diese Rückmeldungen merkt, verbessern täglich viele kleine Vorgänge dieser Art die Leistung des Systems. Selbst wenn eine grobe Fehlleistung oder Manipulation des Käufers vorliegen sollte, besteht spätestens an der Kasse die Möglichkeit zur Korrektur durch einen Angestellten. Diese Daten könnten abermals in das System zurückfließen.

Leider durfte ich gestern feststellen, dass die umfassenden Möglichkeiten dieser Technologie für mich keine feststellbaren Auswirkungen auf die Produktreife erwirken konnten. Zwar ist die Waage in der Lage, Bananen auch durch “zwei Tüten ums Obst rum” zu erkennen. Jedoch wurde für mich ebenso Ingwer, meine Handfläche oder eine Zitrone als Banane erkannt. Schade.

Support my Work

Writing an article like the one you have just read takes me quite an amount of my personal time. Way too often, I invest this time in different interests and decide against another blog post. On the other hand, you can motivate me with your feedback, your thoughts and your ideas. Please leave a comment below or flattr this post if you think it's worth it.

Comments

  1. Timo John says:

    Aha… Da zeigt sich mal wieder wer im Marke-Supermarkt Kauft, mir ist das im Aldi leider entgangen…

  2. [...] View original here: High-Tech-Waage? Alles Banane. [...]

Leave a Reply